Leroy

Man bekommt nicht den Hund, den man will, sondern den Hund, den man braucht. Cesar Millan

Meinen Seelenhund Leroy habe ich zusammen mit meinen Eltern im Jahr 2013 aus dem Tierheim Berlin geholt. Das ich einen Hund aus Berlin holen und adoptieren würde und dafür insgesamt 3 Mal vom Ruhrgebiet aus nach Berlin fahren würde,  war so eigentlich gar nicht geplant.

Mein treuer Begleiter der Staffordshire Terrier-Mischling Francis war im Juni 2013 mit 14 Jahren an Altersschwäche verstorben und nach etwa 3 Monaten entwickelt sich der Wunsch eine neue einsame Seele in mein Leben zu lassen.

Es war nicht einfach. Zu Anfang hatte ich die Vorstellung von einer Kopie meines verstorbenen Francis. Im Laufe der Suche wurde ich jedoch eines Besseren belehrt…

Wir haben uns einige Hunde in Tierheimen und auf Pflegestellen angesehen, die natürlich auch einige Vorrausetzungen erfüllen mussten. Eine davon war mit unserem Hauskater Ernie kompatibel zu sein und sich mit dem Hund meines Bruders zu verstehen. Wir haben uns ganz tolle Hunde angesehen, letztendlich passte jedoch die Chemie nicht und so suchte ich weiter.

Irgendwann hatte ich die Idee mich an das Tierheim Berlin zu wenden, da sie regelmäßig etliche so genannte Listenhunde zur Vermittlung stehen haben. Ich glaube zu diesem Zeitpunkt waren es knapp 100 Stück.

So entstand der Kontakt zu Xenia, einer ganz lieben und sehr kompetenten Tierärztin und Hundeverhaltenstherapeutin, die im Tierheim Berlin arbeitet. Mit ihr besprach ich alles und so kam es, dass sie sich nach einigen Tagen meldete, da sie mir drei mögliche Kandidaten herausgesucht hatte.

Also machte ich mich zusammen mit meinen Eltern auf nach Berlin.

Tatsächlich standen drei Hunde einzeln in der kreisförmig angelegten Zwingeranlage. Zwei davon waren prächtig, muskulöse Rüden. So stellte ich mir den Nachfolger meines verstorbenen Rüden auch vor, so dachte ich als ich vor den Zwingern stand.

Der dritte Hund war ein mickriger, unterernährter und dazu noch rothaariger Rüde, der mich mit seinen aufgerissenen, runden Augen ansah und dabei seine Ohren ganz eng an seinen Kopf gepresst hielt. Hunde mit rotem Fell hatte ich bei meiner Suche gänzlich aus dem Auge gelassen, weil sie irgendwie nicht meinem Schönheitsideal entsprachen.

Naja, Erstens kommt es anders und Zweitens als man denkt….

Leroy, so hieß diese Rotnase, wollten wir uns natürlich aus Höflichkeit auch ansehen.

Xenia hatte uns vor dem Betreten seines Zwingers gesagt, dass Leroy im Tierheim sich ausschließlich von ihr anfassen lassen würde und um ihm weitere seelische Qualen durch den Tierheimstress zu ersparen, wäre er auf die Krankenstation verbracht worden. Zu diesem Zeitpunkt war unklar wie lange er diesen Stress überhaupt noch aushalten könne. Auf der Krankenstation hatte er mit seinen 15 Monaten schon bis auf 17 kg zugenommen, was jedoch im Anbetracht seines Sollkörpergewichts von etwa 27 kg viel zu wenig war. Seine Muskulatur war zu diesem Zeitpunkt völlig unterentwickelt.

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Diese beiden Fotos entstanden bei unserem zweiten Besuch. Zu diesem Zeitpunkt hatte Leroy stressbedingt wieder abgenommen.

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Wir gingen dann also hinter Xenia hinterher in die Anlage wo Leroy schon angespannt und reserviert wartete. Das Tor fiel ins Schloss.

Schneller als ich es begriff, entwickelte sich aus diesem Höflichkeitsgetue binnen von Sekunden eine wahnsinnige, innige Wärme zwischen Leroy und mir. Sogar meinen Eltern vertraute er sofort als ob wir uns schon ewig gekannt hätten. Ich hockte mich zu ihm auf den Boden und ehe ich mich versehen konnte, hatte Leroy sich nämlich ganz innig an mich gelehnt. Ich wusste gar nicht was geschah. Es war so unendlich rührend wie dieser kleine, unsichere Wurm sich so etwas Großes zutraute. Ich glaube, dass Xenia auch nicht sofort verstand was da geschah, auch wenn sie von Anfang an gehofft hatte, dass Leroy zu mir bzw. uns passen würde.

Weil alles so toll lief, durfte ich auch gleich auf dem Tierheimgelände mit ihm eine kleine Runde gehen. Es fühlte sich alles so vertraut an.

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Leroy und ich bei unserem ersten Spaziergang auf dem Tierheimgelände.

Zwei Wochen später stand dann noch in Berlin seine Kastration an und kurz danach durften wir ihn in sein neues Leben abholen.

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Dieses Foto zeigt Leroy auf der Heimfahrt.

 

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